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HOHLOGRAFIE EINES ABENDS

gib nicht auf, es kommt einer neuer morgen.
lass es raus, den schmerzen und deine sorgen.
nicht wahr. vor einigen jahren habe ich im rahmen eines interviews auf HR1 mit herrn distelmeyer, dem sänger von blumfeld, vernommen, er sei auf seiner suche nach dem perfekten song. er erwähnte unter anderem micheal jackson und die müncher freiheit, als anschauliches beispiel für gutes songwriting. damals dachte ich, das ist ja die befereiung vom wahn einer legende named independet music. er hat recht und ich pustete fröhlich über meine beiden michael jackson platten, so dass der staub aufstieb. so kam es, dass mein videobeamer das video „beat it“ dort hinein projezieren konnte. so hatte ich die anmutung einer holografie, mitten ca. 25 cm über meinem bett. mehrere der in dem video sich wild gebärdenden tänzer kamen mit der situation nicht zurecht und bekamen schüttelfrost, was dem weiteren verlauf der videoaufführung im holografischen look, einen gewissen drive verlieh. ich war hingerissen. erst das monotone rauschen unserer spülmaschine riss mich aus der lethargie und ich vernahm den geruch von frisch gesägtem sägemehl. ich erinnerte mich an früher. an meine kindheit im westerwald, wo mein cousin harald in harz machte. er goß flüssiges harz in eine form, legte insekten, würfel, blumen, erdbeeren, meisen und ihre knödel, saatgut, sand, cervelatwurst, sowie eine gnostische gemme hinein und zauberte zauberhafte harzwürfel, welche in der sonne wild funkelten. ich wünschte mich in das bernsteinzimmer der jahre 1730-35. unweit der waschküche, in der mein cousin harald seine kunstharzexperimente durchführte, befand sich die bandsäge meines großvaters, von der ich immer ein bißchen, tief in mir hoffte, dass das band, dass die säge antrieb mal von führung rutschte. ich war mir sicher, dann einem insteressanten spektakel beizuwohnen. aus dieser zeit stammte auch mein fabel für die gerüche von harz, sägemehl und dann später teer. davon wurde ich nie wieder geheilt. schade eigentlich, aber man kann es nicht ändernpopändern…

ach und bevor ichs vergesse, ich wollte eigentlich das hier mal… äh:

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ICH MUSS ICH MUSS

ich habe, muss ich zu meiner schande gestehen, noch nie einen egg mc muffin gegessen. das fällt mir gerade ein. das messer ist scharf. ich wäre ja gerne mit den nachbarbloggern am freitag weggegangen, aber was ich wirklich hasse und extrem kindisch finde ist diese clubhobbing und dann auch noch in clubs und kneipen in welchen das leidige metallmusikthema intoniert wird. da muss ich brechen. ich bin ende dreißig. da hört man komplizierte elektronische musik, jazz und natürlich discostampf. aber vielleicht könnte ja der dortmunder, der bogeler und der typ, der sich gunni, gunnar, günther, gunther gunsnroses, etc. nennt, mal nach wiesbaden in unser vereinsheim reisen und dort könnten wir uns mit scharfen schnäpsen, bierhaltigem und dem hessischen nationalgetränk einen schönen abend machen. na wie wärs? aber ach… ich kenne die zahlreichen ausreden schon. ich muss arbeiten, ich hab kein auto, ich bin auf cuba, mein wildschwein brennt an, es ist kalt, es ist zu warm, meine mutter hat geburtstag, ich muss den typ verklagen, der teile unserer website ohne erlaubnis auf höchst dilletantische weise in seine website eingebaut hat, ich muss beten, ich muss kotzen, ich muss mich besinnen, ich muss mich sonnen, ich muss mich mit sahne einreiben, ich muss lernen, ich muss weg, ich muss aufs klo, ich muss den film „das große fressen“ schauen, ich muss mich bei der fremdenlegion melden, ich muss mal eine auszeit nehmen, ich muss mich anderweitig orientieren, ich muss mich outen, ich muss fußball kukken, ich muss ins krankenhaus, ich muss zum psychiater, ich muss zum pronto, ich muss mich mit schoggosose bekleckern, ich muss mich doch sehr wundern, ich muss mal pibbi, ich muss mich aufregen, ich muss mich unbedingt abregen, ich muss es mal versuchen, ich muss auf meine schwester aufpassen, ich muss mal reden, etc. dabei hätte es so schön werden können.

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DER KAUENDE BULLE

während ein gewisser christopher walken aus dem fünfjährigen koma erwacht, brutzelt die finnin ein rührei. ich verwechsle oft realität und wirklichkeit. in meiner phantasie findet die finnin das rosenscharfe paprikagewürz nicht, in der wirklichkeit heißt christopher walken johnny, und seine mutter hat diesen amerikanischen gesichtsausdruck: voller leid, vorwurf und der gewissen hoffnung, dass sich das schicksal nochmal wendet. ich muss kotzen. hendryk m. broder würde mir jetzt schwere vorwürfe machen. leider bin ich ihm nicht bekannt, sonst würde ich ihm mal die meinung sagen. ich schätze, er interessiert sich aber so oder so nicht für meine vom amerikahass durchdrungene meinung. jedoch kann ich verkünden, dass ich nicht vom amerikahass, sondern vom amerikahaas durchdrungen bin. es könnte sein, dass ich ein großer fan von amerikanischen tugenden bin. tugenden wie mickey mouse lesen, kaugummi essen, skateboard fahren und hollywoodfilme gut finden. auch surfing, wrestling und sich-mit-einem-fass-die-niagara-fälle-runterstürzing find ich prima und ich spüre eine gewisse verbundenheit. jetzt werden die schläueren unter den lesern greinen, sowie geifern, sich ereifern und rufen: „das sind doch keine tugenden!“ das kann sein. ich hab grad mal nachgeschaut, sauberkeit ist auch keine tugend. juhuu. doch ich schweife ab. die realtität sieht folgendermaßen aus: das rührei ist verspeist worden, christopher walken a.ka johnny geht der sache auf den grund. ein mann, der aussieht wie charles bronson spielt einen polizisten. früher sah christopher walken aus wie ein milchbub. er zürnt ob seines schicksals und alle blicken betreten zu boden. das übliche. charles bronson verlässt das haus des vom schicksal geplagten. draußen wartet ein kollege, welcher kauend am polizeiauto steht und vorlaute bemerkungen von sich gibt. solche szenen sind klassiker der amerikanischen filmindustrie. einer von zwei bullen ist immer vorlaut, der andere vernünftig. der vorlaute ist ständig am essen, besudelt sich mit kaffee, ist brutal und stirbt als erster. der vernünftige überlebt oft knapp. der vorlaute polizist hat eine düstere vergangenheit, allenfalls einen hauptschulabschluss und er ist hässlich. es gibt eine besondere ausbildung für amerikanische schauspieler, deren einziger job darin besteht, einen kauenden, vorlauten amerikanischen polizisten zu spielen. für eine rolle bekommt so ein schauspieler eine million dollar. danach muss er seine identität wechseln und wird nach oregon umgesiedelt. ein weiterer grund, warum in oregon so viele unansehnliche, kauende männer wohnen. man hat sich sicher schon lange darüber gewundert. fragen sie mich nur, ich weiss alles!

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EIN LEBEN ALS HIRTE IM YPS ZELT

bei uns daheim sind die rollen klar verteilt. die finnin ist auf dem strickblogfreundinnentreffen in einer gaststätte namens teelirium, wobei ich am anfang immer delirium verstanden habe. da hatte ich noch eine sehr differenzierte vorstellung über den ablauf dieser treffen.
ich, der mann in unserer beziehung, weile währenddessen auf der webseite von eintracht frankfurt, mich freuend über den heutigen 4:0 sieg der eintracht über brøndy IF kopenhagen. das hat man als eintracht-symphatisant ja selten. manchmal schon und dann wie verrückt, aber selten. fast nie. nicht so wie bei den bayern, also beim fc bayern münchen. da hat man das oft, dann aber völlig leidenschaftslos. meisterschaft muss sein, danach wird dem sportreporter waldemar hartmann eine weizenbier über den kopf geschüttet, saison abgehakt, nächste saison. champions league rausgeflogen gegen den fc metz, naja. mir saan mir. gewinnt man halt das double. ja leck mich doch am arsch. wenn eintracht frankfurt mal deutscher meister werden würde, verlöre ich womöglich mein sprachvermögen oder ich fiele in einen hysterischen schlaf. manchmal denke ich ja, ich sollte schafshirte werden. jedenfalls so ein schafshirte, wie ich mir den in meiner säuselnden phantasie ausmale. ich habe inzwischen zwar intellektuell erfasst, dass es nicht so ganz ist, wie ich es gerne hätte, das dasein als hirte, doch sah ich neulich einen film über einen hirten aus der schweiz, der zog 6 monate mit seinen schafen durch gegend. er war immer bei den schafen. und nachts baute er sich eine art YPS-zelt aus einer LKW-plane auf und übernachtete dort. am feuer, welches sich allerdings vor dem zelt aufhielt. morgens kochte er sich auf der restglut einen kaffee in einer von ruß geschwärzten kanne und unterhielt sich mit einem seiner hunde. das fand ich prima. die finnin aber meinte: „schau nur, da schneit es ja. und der film handelt von den monaten oktober bis april. der friert sicher und vermisst seine familie.“ grummel, dachte ich und tat so als blätterte ich in einem buch über schafszucht. dann legt ich mich aufs bett und malte mir aus, wie es wäre, wenn ich nicht der wäre, der ich bin, sondern kanzler, kaiser, könig oder königin.

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DON KING – DER ERFINDER DER LUFTBRÜCKE

früher war ich sehr belesen. heute allerdings bin ich ein fernseh- und internetsüchtiges medienwrack. gerade zum beispiel schauen wir eine doku über die luftbrücke. DIE luftbrücke… von wegen völker der welt, schaut auf diese stadt. sie wissen schon. luftbrücke. rosinenbomber… das kann doch nicht so schwer sein. und ich meine natürlich weder die luftbrücke im spanischen bürgerkrieg von 1936, auch nicht die von 1992 (belagerung von sarajevo), nicht die von galtür 1999 (lawinenabgang), ich meine die von 1948 in berlin. das schauen wir gerade. verrückt diese amerikaner. der russe hätte uns ja glatt verhungern lassen. aber der amerikaner, der war immer da, wenn man ihn brauchte und er brachte uns kaugummi und lucky strike ohne. er brachte uns aber auch karies und lungenkrebs. das immerhin kann man dem russen nur bedingt vorwerfen. sicher hat der russe das eine oder andere bauwerk im überschwang des sieges mit asbest verseucht, aber karies…. das kann man ihm beim besten willen nicht vorwerfen. wieso eigentlich rosinenbomber? hat man etwa das volk mit rosinen bombadiert? am ende auch noch mit citronat und orangeat. da hätte ich mich aber bei general lucius d. clay höchstpersönlich beschwert. ich hätte gesagt: „lucius, du alter schalter, ich habe neulich eine simpsonsfolge gesehen, da wurde die eindeutig als don king idendifizierbare figur, mit lucius angeredet. du weiss was das zu bedeuten hat!“ „nein, das weiss ich nicht.“ „du weisst aber wenigstens, was es bedeuten könnte?!“ „nein, auch das weiss ich nicht, was könnte es denn bedeuten?“ „darüber muss ich schweigen!“ würde ich ihm antworten. „es kann sein, dass wir vom KGB abgehört werden.“ „das leuchtet mir ein.“ würde lucius d. clay sagen, denn er wäre ja ein umsichtiger mann. ich kann ihm nichts vorwerfen. er ist mein freund.

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MARIENFRÖMMIGKEIT FÜR ALLE

bei der rückkehr vom meeting in offenbach ist mir aufgefallen, dass autofahren eine wirklich saukomische angelegenheit ist. aufgrund aufwühlender umstände musste ich heute hinten sitzen, was aber eigentlich ganz kommod daherkam. ich sollte öfter hinten sitzen. sicher liegt das auto dann besser auf der straße und man kann meine silhoutte im rückspiegel eingehend studieren. als wir am flughafen vorbeifuhren haben wir uns gefragt, warum eigentlich so viele menschen glauben, kommende anschläge fänden ausgerechnet nochmal am 11. september statt. herr bin laden, oder wer auch immer für die anschläge von damals verantwortlich zeichnet, ist doch nicht bescheuert. „herr bin laden macht urlaub in china,“ sagte der schlozz, das wisse er aus sicherer quelle. ansonsten hat der schlozz selten eine politisch brisante meinung. er hält sich raus. r.k. hingegen ist begeisterter fan von verschwörungstheorien. ich hingegen bin verschwörungsagnostiker mit leichtem hang zum verschwörungsatheisten, dachte ich mir und erblickte die vielen flugzeuge am horizont, deren passagier ich nicht gerne wäre. ich bin ein begeisterter fan von flugangst. pflugangst allerdings hatte ich nie. im gegenteil, die schmatzend aufbrechende scholle ist mir eine wohltat. wie gerne wäre ich als kind hinter unserem ochsen hergeschlendert und hätte ihm bei der arbeit an der zukünftigen ähre zugeschaut. ein pflug ist ein schönes gerät. es (das gerät) gräbt sich freiwillig und automatisch in die erde hinein und hinterlässt akurate furchen, in denen sich ein jeder mensch wohlfühlt. die furche ist ein lieblich bett unter freiem himmel. ich wäre gerne eine setzkartoffel oder saatgut, denke ich mir während ich das lautlose flugzeug in nächster nähe parallel zu unserem fahrzeug gen landbahn schweben sehe.
die sonne scheint, die musik dudelt lustig dahin, es ist viel zu tun und unsere konten in der schweiz tanzen betrunken auf den tischen sirtaki. heppa!

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BOCKIGER DIARIST

odelay. wir sind jetzt immer zeitig in den heiligen hallen und schrubben die jobs weg. wir meeten jetzt ausgiebiger und orientieren uns in unsere neuen richtungen. im westflügel wird fleissig programmiert, im osten gestylesheetet und geflasht und gedacht und erdacht, im süden wird telefon- und organisiert und im gen norden gelegen teil unseres schlosses sitze ich und ich muss mich glaube ich grad mal fragen, warum die knaben von tokyo hotel immer das gleiche an, sowie immer die gleiche frisur, das gleich make-up, alles immer gleich haben. das erinnert mich an die band kiss. da war auch alles immer gleich. da hatte jeder seine rolle. bei tokyo hotel sind aber sicher alle authentisch bis zum anschlag.
jetzt muss ich nur noch warten bis mein nachbar aus bayern ins haus gegangen ist, dann kann auch ich schlafen gehen. mein nachbar aus bayern lädt dann und wann verschiedene damen auf seine terrasse ein und dann redet er auf sie ein. er sagt immer dasselbe und rückt sich ins rechte licht. mein nachbar aus bayern scheint sehr von sich überzeugt zu sein. mich hat er noch nicht überzeugt. und diverse damen, die ich kenne verdrehen auch schon die augen, wenns um meinen nachbar aus bayern geht. sie sagen: „er hat eine masche und er parfümiert sich sehr stark“. erstes schwant mir jeden tag, wenn er mit einer der verschiedenen damen auf der terrasse sitzt und letzteres konnte ich erst kürzlich selbst vernehmen, als er vor mir im kiosk stand. ich vernahm einen aufdringlichen duft eines parfums, dass mich an die achtziger jahre erinnerte und ich hätte mir gerne die nase zugehalten, doch das erschien mir unhöflich. mein nachbar aus bayern erzählt stets mit gelassener, sonorer stimme und ganz gleich, was sein gegenüber erwidert, er redet einfach weiter, bis das gegenüber die nase voll hat. so ähnlich wirkt das szenario jedenfalls auf mich. aber ich steigere mich vielleicht auch zu sehr hinein in den gedanken, dass mein bayerischer nachbar eine tendenz zum unerträglichen hat. da gehts mir wahrscheinlich wie dem mann aus frankreich, der mich erst wüst beschimpfte und beleidigte. als ich ihn dann fragte, warum er nicht einfach mal sachlich seine problematik schildert, hatte er keine lust mehr und wimmelte mich ab. sicher beleidigt er mich schon bald wieder. dann könnte ich mich jedoch nicht beschweren, denn ich bin ja nicht besser. mein nachbar ist doch sicher auch voll easy und schwer in ordnung, aber ich bin ja bockig. wenn ich nicht bockig wäre, wäre es sicher viel schöner auf der welt, aber manchmal innerhalb meines bockigen daseins, da erkenne ich, dass diese bockigkeit total beknackt ist und dann schäme ich mich und murmele was in meinen bart hinein. vielleicht sollte ich einfach meine terrassentür öffnen mich ins dustere gärtchen hocken und ein wenig des nachbarns ausführungen lauschen. falls ihm dann der faden reisst (was ich für schier unmöglich halte), könnte ich soufflieren. mir fällt ja meistens was ein. zunächst würde ich ihm flüstern, dass er doch mal einer der damen zuhören solle, weil das bei einem rendezvous nicht ganz unpraktisch ist. vielleicht kämen die damen dann öfter und man könnte gleich zur sache kommen. aber dann hoffentlich nicht auf der terrasse, da wäre ich sofort wieder bockig.

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WURST AUS FRANKREICH

die hölle von marseillan also. denke ich. und diese deutsche geschmacklosigkeit, auf die man dann reinfällt und wie das dann alles so verdeutscht wird und nichts ist mit blumfeld, adorno oder rilke. ich sehe tulpentapeten, keramikbernhardiner und jede menge unreflektiertes gemustere. auf jedem gegenstand andere gegenstände in vielzahl. dinge, die uns den atem stocken ließen und dann diese selbstherrlichkeit des teutonischen amateurhaften, das, was corel draw und die kappsäge aus dem baumarkt aus diesem land gemacht haben, das machen die dann da unten in südfrankreich und merken es noch nicht mal. und wir sind dann die freaks, wir sind die punks und punkt. wir sind bohéme. unterwürfigkeit versus pumpernickelhafter selbstverständlichkeit. frankreich ist sonne, aber die handwerker hier taugen nix, muss man als deutscher alles selbst machen und sich dann brüsten. ich könnte kotzen. wenn ich nächstens mal in den urlaub fahre, dann nur zu einheimischen mit mindestens 9 generationöser tradition. nichts ist schlimmer als plumpe deutsche befindlichkeit in dieser symphatisch unfertigen südländlichkeit. das passt nicht und will selten passen. diese ausheimischen, die tun ja auch nichts für das land und seine regionen, die kopieren frankreich und mixen dann ihre kleingeistigen elementarteilchen in eine von ihnen erschaffene neue welt. wissen alles besser. wissen natürlich, und haben es längst durchschaut, wie die welt dort funktioniert, dort wo sie nicht hingehören. wir waren also im urlaub und liebten land und die kanäle, das weite meer und die schöne sonne, die kaninchen, die scheu über die straßen hoppelten, den kreisverkehr und die lädchen mit ihren freundlichen menschen, den wind in den platanen, den duft der akazien, den wein und das dürre, sandige, das unperfekte. wir haben das zu schätzen gewusst, aber das deutsche, stümmmelige, blöde, das schwebt wie eine graue gewitterwolke über unseren häuptern. wir sind wie kleine kinder und haben diesen naiven gedanken nicht aufgegeben, dass es da was zu entdecken gibt. wir haben urlaub gemacht in einem etwas überangekündigten schmalen anbau bei leuten, die vielleicht besser bei der bewerbung ihres „hauses inmitten eines villengebietes“ dazu schreiben sollen, wen sie sich genau als urlauber wünschen, damit dann nicht gleich bei ankunft die kinnlade runterfällt, nur weil wir keine stromlinienbabies sind. dann braucht man sich nicht zu ärgern. ein kleiner blick über den horizont ausserhalb der häkeldeckchenwelt täte gut, denn man will ja sicher auch in zukunft seiner umwelt mit weltbürgerlichem gehabe imponieren. mit stil und richtiger echter aufrichtigkeit trampelt es sich doch gleich viel angenehmer durchs leben. bon voyage. wir haben uns ja auch ein wirklich schönes häuschen gewünscht, haben wir ja auch bei weitem nicht bekommen, deshalb schreiben wir aber keine bockigen emails.
wieso habe ich plötzlich appetit auf ein armes würstchen? das haue ich mir erstmal in die pfanne, die finnin gibt den senf dazu. möge es uns nicht im halse stecken bleiben.

und jetzt regnets hier in den samstagabend rein. das ist schön. das gehört hierhin wo auch wir hingehören. wir machen butzeltag. ich freu mich aufs büro und die kleinen schlingel und die großen aufgaben und die gestalterische komponente in meinem leben. wir können was tun. wir tun was.

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unseren urlaub resümierend zu beschreiben fehlen mir die worte, doch zeigt folgendes video so ziemlich genau den gesamteindruck und unser gespaltenes verhältnis zur bevölkerung mit teutonischem migrantenhintergrund:

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ZUM SCHLEUSENBLAMIEREN NACH BEZIERS

als boss einer florierenden firma wälzt man sich auch urlaubs im bett herum und kommt um vor sorgen. deshalb musste ich mich auch um 4:35 uhr aufrichten, die finnin wecken und ihr mein sorgentablett am bett servieren. die finnin sagte: „aber naaaaaiiin! alles ist gut und schau mal, die jungs machen das schon. die sind doch schließlich wer und obendrein auch bösse mit erfahrung. schlaf schön!“ „ich blickte noch bis ca 6:00 uhr an die gemusterte tapete und fiel dann in einen traumlosen schlaf.
am morgen, also am richtigen morgen, welcher mit einer urlaubigen uhrzeit ausgestattet war, standen wir auf und fuhren los. wir erkundigten uns bei einheimischen nach einer interessanten attraktion und man empfahl uns die neun schleusen in beziérs. schleusen? das hört sich verdammt gut an, nichts wie hin, dachten wir und da kreischten auch schon die reifen unseres fahrzeugs und die finnin gab gummi.
an den schleusen wars dann total aufregend. wir setzten uns auf eine bank und waren erstaunt wie so ein schleusengang uns einen schauer nach dem anderen den rücken entlang richtung gesäß jagte und so blieben wir viele schleusengänge sitzen und waren wie gelähmt vor spannung. es fuhren viele freizeitkapitäne ein und aus, welche ihr boot fachgemäß in der schleuse quer stellten. das schöne daran war, dass IMMER die männer fuhren und die frauen an land an einem faden zogen, an welchem das boot angebunden war, um die fehler der männer unter gejohle der zuschauer zu korrigieren. das mit dem gejohle habe ich mir ausgedacht. die zuschauer waren alle cool. „verdammt, verdammt, verdammt!!!“ sagte ich zur finnin „ich will mich auch mit so einem hausboot in den neun schleusen von beziérs blamieren und du ziehst am seil. büüütte, sag ja!“ „ja!“ sagte die finnin prompt und ich träumte vom nächsten jahr und wie wir uns in den neun schleusen von beziérs bis auf die knochen blamieren. vielleicht so um ostern, das wäre prima. da nahm die finnin meine hand und wir spazierten zu unserer karre. während sie ihre eidechsenlederrennhandschuhe überstreifte, träumte ich vom ostern des jahres 2007 und dann weckte mich wieder geruch von verbranntem gummi. mit tempo 230km/h gings in richtung marseillan (nicht zu verwechseln mit marseille) in unser aktiv bemustertes kleines heim mit den freundlichen vermietern.