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OLIVEN MIT KETCHUP

die welt ist nur begrenzt zu ertragen. besonders nach dem konsum von pappnasenmexikobier auf roten wein. gibt’s da auch was von ratiopharm?

ich radele in die milz des westends und kaufe riesige zwiebeln. kleinere zwiebeln schmecken zwar besser, aber die riesigen zwiebeln lagen so da und da habe ich sie gekauft. und zwar alle. alle beide. dann grinst mich die nette verkaufstresenvorsteherin an und erinnert mich ans brot. ich kaufe auch noch brot, minze, basilikum, bananen, gorgonzolakäse und peperoni. mir ist ganz schwummerig. was soll ich machen. alles in die pfanne, den gorgonzola drüber. fertig. mir ist immer noch ganz schwummerig.

und erschwerend hinzu kommt noch die werbung in der ein engländer (oder neuseeländer, schotte, waliser, nord- oder südire) einen diesel verlangt und die böde kuh ihn fragt: „raucher oder nichtraucher?“ bescheuerte werbung. weg damit. renault ist für mich gestorben. ebenso alle produkte auf denen das wort kinder (milchjiper) steht plus die längste praline der welt. und thomas gottschalk auch und die post genauso, weil die nämlich nie klingeln, wenn sie ein paket oder ein einschreiben bringen. sie schmeissen immer nur den gelben oder orangenen zettel ein und man kann dann zu einer der weltweit 15 letzten postfilialen reisen, acht stunden anstehen und sich aufregen.

samstag ist selbstmord.

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EXGROUND MY ASS

es ist november, weltweit. und also ist auch wieder sauna 2000 festival: exground on screen feiert sich selbst, alle jahre wieder, in wiesbadens subkoloseum caligari drückten sich die leiber im schweissesrausch und im typischen wiesbadener wichtigtuertum aneinander. das festival der geballten miderwertigkeitskomplexität und freuet euch, wir können uns alle zum glück ja auch gar nicht leiden. diesmal war alles anders. güldene herzen in schimmerndem licht zu zusammenhangloser musik. da standen die leute also künstlich auf der bar rum und versuchten bernd eichinger zu sein. interessierte aber niemanden (hartmann jetzt konzentrier dich doch mal), der funke sprang nicht über. nicht in wiesbaden. der abend war ein lustiges potpourri aus schlange stehen, blasierter einlassgesellschaft (ein dank an die nana, für die gästeliste), klebrigem rigo und mexikanischem limonadenbier. alte bekannte stammelten sinnentfremdetes, irgendjemand hatte die toilette von oben bis unten vollgeschissen, es hätte kaum schöner sein. immerhin ist das exgroundfilmfestival eröffnungsfetz noch das letzte seiner art, und beinhaltet nämlich für mich die unerklärliche, zeremonielle und alljährliche angst was zu verpassen.

wie oft habe ich mir schon geschworen, da nie mehr hinzugehen. der wunsch wird stärker. bis nächstes jahr.

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AUSSERHALB VON E-BAYERN

abends ist ist alles besser. die würstchen brauchen nicht so lange, der senf ist vielschichtiger und das brot macht weniger krümel. klasse abends. im büro läuft voll geile musik und keiner motzt rum. wobei ja auch sonst niemand rum motzt, denn die musik ist rund um die uhr bei uns klasse. neulich hat die vorstandsvorsitzende von artware angerufen und im hintergrund lief reinhard may. da haben wir uns vielleicht geschämt. na die wird sich gewundert haben. HAHAHA. übrigens, es gab mal eine zeit, da hielt ich es für eine gute idee, würstchen im eierkocher zu erwärmen. eigentlich wie gesagt eine gute idee, hat sich aber nicht durchgesetzt.

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MUECKENBOCKS MUTTER

einen kleinen einblick in die vielfalt unseres ämterwesens bekommt man zum beispiel dann, wenn man angehörige in kleinen steintöpfen von amerika nach deutschland sendet. gut, das macht zwar normalerweise kein mensch, doch haben wir ja auch noch nicht geklärt, ob mueckenbock tatsächlich ein mensch ist. r.k. sagt ja, ich bin noch am nachdenken. zumal ja die benutzer des layoutprogrammes quark xpress ohnehin zu der spezies zählen, zu der auch hobbits, zwerge und a-hörnchen sowie b-hörnchen zählen. auf jeden fall, wollte mueckenbock die…

NENNEN WIR ES MAL PIETÄT

…urne ihrer mutter beiim zollamt abholen. HAHAHA. geht ja gar nicht. wir leben doch in deutschland. bevor man nämlich eine urne (jaja schon gut mit inhalt…) beim zoll abholen kann, muss zuvor das friedhofsamt, die sondermülldeponie, die steuerbehörde, die einwanderungsbehörde, das innenministerium, die drogenfahnung, ein notar, die FIFA, die katholische kirche, die industrie- und handeskammer, das BKA, jemand aus brüssel, jemand aus berlin, jemand aus washington und der verband deutscher bestattungsunternehemen informiert werden. aber bis das geschehen ist, darf die urne auch nicht auf dem zollamt verweilen, weil das ja dann pietätlos wäre. sie darf aber auch nicht abgeholt werden (sic!). äh, hallo zollamt! ist jemand zuhause? wir fahren morgen hin und sprengen die urne in die luft. das sei kein problem, meinten die herrschaften vom zollamt. allerdings ginge das nur mit dem dafür vorgesehen sprengstoff für urnensprengungen (S.U.S.), den antrag dafür bekommt man bei einer der wenigen behörden, die noch ihren sitz in bonn haben, dem amt für urnensprenungen in der rheinallee 137a in 53115 bonn. wir haben neun tage zeit.

sonst isses aber auch wirklich pietätlos.

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HURRA DIENSTLEISTUNGSOVERFLOW

wir machen jetzt erstmal ein schwarzgeldkonto auf. so erscheinen wir in der welt des marktwirtschaftlichen überschwangs in modernem chic und können bald mitreden. ausserdem gründen wir eine lobby. mit lobby kenne ich mich aus. musste… durfte ich doch in meiner schülerzeit, nebenher bei mcdonalds arbeiten und dort die lobby kehren. besonders lustig waren dicke, dumme amerikanische knaben, die sich vor mich stellten und ihre sunday-eistüte grinsend auf den boden fallen ließen, weil sie es zum kaputtlachen fanden, wie ich da vor innen herumkroch um das ganze wegzuwischen. HAHAHA. das war echt funny.

wir springen auch immer, bevor das geliebte reinigungspersonal kommt, übers subventionierte prachland und laufen kreuz und quer über büroparkett. auch stellen wir benutzte und halbvolle kaffeetassen immer bei 350 grad in den backofen, damit sich der kaffeesatz schön ins porzellan brennt. zudem verwenden wir zum jonglieren stets luftballons gefüllt mit ei, blut, kakao und bügeln die flecken hinterher in die auslegeware. postbeamte werden von uns drei- viemal die woche grundlos verprügelt und die telekom (gott sei ihrer seele gnädig) wird mit unflätigen anrufen belästigt, obwohl sie sich so unfassbar viel mühe mit der korrekten erstellung der telefonabrechnung und unserer total günstigen ISDN-anlage gibt. druckereien und zulieferer werden außerdem nach strich und faden betrogen, rechnungen werden so gut wie nie bezahlt und unsere kunden können uns grad mal den buckel runter rutschen.

wer sind wir denn???

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KNARRENDE SALONTÜREN

die augen werden müde, brennen. die sicht wird schmal. seit langem schon habe ich das gefühl von spinnweben im gesicht. ich denke noch daran, mir die haare abzuschneiden, dann schweift mein blick nach links unten auf den dielenboden. nikes. ein handtuch aus marokko. debug. h.o.m.e. ein buch von christian kracht. faserland. dann wird es schwarz. schwere. im fernsehen erzählen sie von rommel dem wüstenfuchs. ich träume, dass ich umschalte. aber ich träume es nur. ich erinne mich daran, dass in einer der augsburger puppenkisten, soldaten in blechdosenuniformen hügel hinunterrollen. ein meer aus plastikfolie. ich muss noch einen entwurf machen. gleich. gleich. der michelinmann spricht zu mir, aber er schaut mich nicht an. sein blick hängt an einem bild von ingrid bergmann. brittische truppen werden nach griechenland verlegt. ich schrecke auf, starre eine wasserflasche an. durst. die augen fallen wieder zu. ich träume von einer vollen flasche wasser. glück gehabt denke ich, aber es ist… es war nur ein traum. durst. im prinzip wohnt mein geist in einer verlassenen stadt im wilden westen. gebleichtes rindsgebein, knarrende salontüren und dann diese runden zweigbälle die von rechts nach links und von links nach rechts, nie jedoch von vorn nach hinten oder gar von hinten nach vorne, durchs bild rollen. ich grinse.

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GUTE GÜTEKLASSE

nach einigen wochen des daseins dieser seite und den umständen, die zu ihr führten, muss ich es sagen, denn es wohnt schon lange in mir drin und soll nun hinaus in die weiten welten des universums. dem, den ich hier stets nur r.k. nenne, hefte ich nun die spitze ordensnadel der verehrung an die nackende brust, denn er hat es verdient. manchmal wandelt der mensch ja nur allzu oft alleine und ohne halt, durch die finsteren täler des kreativen daseins. schorf bleckt bitter am haupte. aber wenn dann der neonphosphorglühwürmerliche st. martin, aus den brutalen unendlichkeiten des gestaltungsalltags auftaucht und mit warmer salbung erlösung verheisst, dann laufen süße tränen der hoffnung die geschlagene wange hinab, sammeln sich am unrasierten kinn und tropfen hernach hinab auf den teppich, um eigenwillige muster zu bilden. so ward auch mir geschehen. und so samarittert sich der stets bescheidene an meiner seite und verbindet sich an so machen tagen mit meinem gerne wirren geiste, zu einer großen schöpferischen kraft mit der wir bisweilen zu allem fähig sind. möge der heilige nimmerlein auch der namenspatron, des tages unserer gesellschaftauflösung sein.

das zur feier dieses tages. halleluja.

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RUDOLF AUGSTEIN ?

der grund warum wir hier so unbekümmert schreiben und zeitweise auch polemisieren dürfen ist taktisch und faktisch auf den umstand zurückzuführen, dass freiheit ein nicht zu unterschätzender umstand unseres lebens ist. das ist zwar jetzt nicht die neueste erkenntnis, doch alleine die seelenruhige hinahme ebendieses faktors, führt bisweilen zu dessen unterschätzung. sich extremer dieser umstände bewusst zu sein, sollte alltagszeremonielle kategorie sein. einer dem wir diese mindestens geistige autonomie innerhalb unserer kulturellen grenzen mehr zu verdanken haben, als beispielsweise kurt schumacher, konrad adenauer und allen luft- und landesbrückeninitiatoren zusammen, war rudolf augstein. wir möchten an dieser stelle unseren respekt und unsere bewunderung für ihn, zum ausdruck bringen. obleich ja larmoyanz angesichts seines todes unter umständen gar nicht angebracht ist. wenn wir nur etwas von seiner logik und der klarheit seiner gedanken in unsere reflexionen einfliessen lassen, muss die trauer mit der erkenntnis einher gehen, dass sein ableben einer gewissen biologischen gesetzmäßigkeit nicht entbehrt. dennoch verbeugen wir uns hier virtuell und wollen hoffen, dass es irgendwie auch ohne das sturmgeschütz der demokratie weitergeht.

oft merken wir ja erst, wenn einer fehlt, dass er da war.

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HEUTE WAR ES VOLL GRELL

verschiedene herrschaften bekundeten die absicht, das mehrfamilienhinterhaus in dem ich mal hause, mal wohne, zu begehen, um sich einen eindruck über das zu erwerbende objekt zu machen. also sitze ich hier in nicht ganz so feinem zwirn, aber immerhin gewaschen und gebügelt und voll freudiger erwartung, denn eine begehung ist immer ein großer spass für den mieter. man fegt die ecken, lüftet die räumlichkeiten und zupft am achtvoll übergeworfenen bomull (ikea. 1,99 EUR/lfm) zur verhüllung einer grottenhässlichen schlafcouch, die sich vorzugsweise in meinem wohnzimmer aufhält, und zum drauf schlafen genauso wenig taugt, wie zum sitzen (ich werde sie morgen dem sperrmüll zur verfügung stellen) und hinterher kommt überhaupt niemand. diesmal war es anders und es war sogar richtig lauschig, weil ich ja ohnehin erstens zwar einen etwas eigenartigen hausmeister, dafür aber sehr sympathische vermieter habe und zweitens einer von den begehenden zuhause eine schallplatte von jesus and the mary chain stehen hat. sowas finde ich zum beispiel toll.

AUF DEN BUSH KLOPFEN-PHANTASIEN ich habe zwar jetzt nicht die wahlbeteiligung im kopf (bestimmt waren es nur wieder ca. 35%), aber meldungen über „a dramatic victory for president george doubleyou bush“ wollte ich jetzt nicht hören. zwar auch nicht etwas über „a pregnant pig in a cage“ (ich schalte jetzt erstmal diesen cowboysender weg)… aber liebe freunde der trivialität und eindimensionalität, fanatiker der verklemmtheit, der überheblichkeit gegenüber allen anderen völkern auf der ganzen welt, liebe amerikaner, ihr habt doch jetzt bestimmt gemerkt, dass mister bush ein schwachkopf vor dem herrn ist. das sieht doch ein jeder, der seine sinne nur halbwegs zusammen hat, warum also müsst ihr den herrn mit dieser wahl in gewisserweise so derart abartig bestätigen??? hm? muss ich erst böse werden? amerikaner, amerikaner… was soll ich nur mit euch machen? zunächst einmal geht ihr jetzt alle nach oben links, nach oregon, an die grenze zu kanada und stellt euch dort in die ecke. und da bleibt ihr solange stehen, bis ihr wisst warum ihr da steht. und vergesst dabei nie: es tut mir am meisten weh, wenn ich euch so da stehen sehe. und jetzt ruhe.

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IMPERA(TOR)

ich hab’s ja schon mal gesagt, wir werden ganz groß werden und über die telleränder des verstandes schwappen, wie fette suppe auf die wachstischdecke der vernunft. hallo schauspielhaus bochum, hallo volksbühne berlin. hallo augsburger puppenkiste. hallo suppenkasperland. wir kommen.

r.k. und ich sind schon ganz zappelig. wir schmeissen unsere fernseher weg, kündigen das zeit-abo und verzichten auf den nachtisch. wir werden keine zeit mehr haben. also ich stell mir das so vor. nimm erstmal deinen kaugummi aus dem mund. ich miete mir die 23qm wohnung auf dem dach eines hauses im oberen teil der scharnhorststrasse. das haus hat fünf stockwerke und einen roman polanski aufzug mit schiebetür. knack. rappel. rappel. schon bin ich oben und es ist immer noch herbst. und aus welchen gründen auch immer liegt stets ein waschkorb voll gelber und roter ahornblätter auf dem dach achtlos herum, da drüben neben dem ziegelsteingrill zum bleistift. das geländer ist mindestens einen meter vom rand des daches entfernt und bombensicher montiert von der firma stiehl-objekte aus nieder-olm, sonst wird mir schlecht. drinnen tönt irgendeine high fidelity anlage. eine mit hans deutsch boxen, high-end röhrenverstärker mit ringkern ausgangstrafos von menno van der veen und einem transrotor plattenspieler. man muss ja nicht gleich übertreiben. die „l’ascenseur pour l’echafaud“ von miles davis dudelt rauf und runter, während ich in einem fünfziger jahre strandkorb sitze und eigenartige drinks zu mir nehme. es ist neblig, aber hell, jedoch nicht zu hell und irgendwann könnte es gerne auch anfangen zu schneien, dann aber muss es unbedingt dunkel sein, aber nicht zu dunkel, sonst sieht es scheisse aus. dann wird es still draussen und drinnen immer noch auf der high fidelity anlage mit den hans deutsch boxen, dem high-end röhrenverstärker mit ringkern ausgangstrafos von menno van der veen und dem transrotor plattenspieler, die „l’ascenseur pour l’echafaud“ von miles davis und zwar hinauf und dann wieder hinunter. plötzlich kommt ein weihnachtsbaum angeschissen und setzt sich direkt neber mich. dann wird’s richtig romantisch, denn ich verliebe mich in den baum bis über beide ohren und wir heiraten in einem land das mit dem buchstaben k anfängt. aber das alles ist top-secret, denn es ist ja verboten. und wenn r.k. morgen liest, dass ich sowas ins klassenbuch geschrieben habe, bekomme ich bestimmt wieder voll eine in die fresse. aber dann habe ich es auch verdient.