ich hab mir gedacht, ich reg mich einfach mal wieder auf.
heute: youri djorkaeff (fußballer, zzt. bei new york metro strars. ehemaliger französischer nationalspieler. weltmeister 1998).
da schreibt der doch in seinem buch über seine zeit beim 1. fc kaiserslautern (1999-2002), dass er von seinem damaligen trainer andreas brehme (elfmeterverwandler endspiel fußball-wm 1990 gegen argentinien), so geärgert wurde, dass ihm heutzutage noch übel wird, wenn er jemanden deutsch reden hört. da hört sich doch alles auf. dieser blöde saftsack. was kann ich denn dafür, dass der brehme im umgang mit seinen schützlingen nicht frankophil genug ist. jetzt wird dem typ schlecht wenn er diese auch von mir gerade verwendete sprache verwendet. das ist ja wohl die höhe. arschgeige. ich verbitte mir diesen sprach-chauvinismus. und wenn ein teil in mir auch zugibt, dass dies alles ziemlich wurscht ist, so wollte ich mich an dieser stelle doch schon einmal vorab über einen fußballspieler aufregen. bald werde ich mich wohl oder übel über ganz andere, eher aktuelle fußballspieler aufregen müssen. besonders wohl über welche aus dem eigenen land. die wm rückt näher.
20 PROZENT
spargelzeit. gleich kommt tracks. nachts ein uhr fünf. irgendwie ist ja jetzt extrem wonnemonating angesagt. ein freund hat mir heute verraten, dass es diesen sommer sehr warm, ja heiß wird. darauf habe er keinen bock, aber er wisse es aus zuverlässiger quelle. diese quelle, an welche ich mich nicht mehr erinnern kann, sagt, dass es mit einer wahrscheinlichkeit von 20% diesen sommer heiß und trocken wird. ach, sage ich, das ist aber jetzt keine tolle quote. doch, sagt der freund, alle anderen wettersorten, hätten noch schlechter abgeschnitten. trotzdem, entgegne ich mit leicht überheblichen staunen ob der naivität des freundes, es wird ja dann irgendwie sein im sommer, aber eher nicht heiß und trocken. doch, erwidert der freund trotzig. was denn die anderen wetterkombinationen seien, die hinter heiß und trocken in der schlange stehen, sage ich und komme mir extrem gewitzt vor. der freund sagt: heiß und schwül, heiß und warm, trocken und fotztrocken, hell und blauhimmelig, staubig und lau, sowie dürr und fröhlich. dürr und fröhlich? frage ich erstaunt. na das erzähl mal den damen und herren in der sahelzone ob dürr und fröhlich eine realistische kombination ist. und außerdem, merke ich selbstsicher an, ist fröhlich kein wetter. doch, sagt der freund. nö, sage ich. mmmdoch. quark. ähem. bei dir piepts. nichts da. doch. das sagst du mir nicht. warum denn nicht. weil es mich entzürnen könnte. oho. jaaa, so ist das. das möchte ich nicht. da bin ich froh. ach mein lieber freund. du auch. ja wir sind schon zwei. das sind wir. wir werden gewiss auch weltmeister. nein. aber natürlich. wir fliegen in der vorrunde raus. das will ich nicht hören. wir fliegen in der vorrunde raus. halts maul. in der vorrunde… ich hör gar nicht mehr zu. das ist die wahrheit. deine wahrheit. genau. eine schlechte prognose. ist es nicht. naja. nein. eher schon. aber zu 20% schon. das schon eher. sag ich doch.
ICH – DAS ESTABLISHMENT
ich finde dieses gerichtsvollzieherschema von toni mahoni ganz interessant. das sollte man sich mal ansehen: hier!
allerdings bin ich dafür inzwischen zu nervenschwach. man wird ja nicht jünger und man hat ja seine verantwortungen. aber vor 20 jahren wäre das ein interessantes modell gewesen. aber da war ja auch der kommunismus noch ein modell. heute verbünde ich mich mehr und mehr mit dem establishment. zum beispiel beim thema mietnomaden. da muss ich mich ganz klar auf die seite der vermieter schlagen. mietnomaden sind aus dem gleichen holz geschnitzt wie z.b. die berater von george w. bush, befürworter von käfighaltung, frank bsirske oder friedrich merz. skrupellos bis zum anschlag. meiner meinung nach, find ich, denk ich mir, könnte sein, etc. (dies als zusatz für die rechtsabteilungen).
vielleicht eigne ich mir auch den uckermärkischen furchengang an, wie ihn frau merkel beim abschreiten der ehrenkompanie und auch sonst praktiziert (dieter hildebrand). vielleicht kaufe ich mir auch mal einen smoking (nicht wirklich) oder ich trete der fdp bei (aber naaaaiiin) oder ich heirate die finnin (vielleicht) oder ich heirate eine andere (nee!) oder ich kaufe mir bei ebay badelatschen und einen ballonseidejogginganzug (aber natürlich nicht) oder ich denke nach bevor ich was sage (hmm…) oder ich gehe morgen brav ins büro. zuvor lösen wir (finnin, ich) die gutscheine für die bäckerei mit dem unfreundlichsten personal der welt ein (diese bäckerei hat den besitzer gewechselt und wir (finnin, ich) hoffen, dass nun das unfreundlichste personal durch ein anderes ausnahmslos ersetzt wird) …und ich beginne fleissig und zum wohle des betriebs und der region, des staates, ja der ganzen welt zu arbeiten, dass es nur so kracht. und wenn mich dann eines tages ein polizist (formaly known as bulle) ungerecht behandelt oder sonstwie frech wird, dann sage ich zu ihm: ich bezahle mehr steuern, als sie verdienen, ich verlange satisfaktion. singen sie meinen namen und entschuldigen sie sich bei mir, bei meinen freunden, bei meiner familie und danach nochmal bei mir, denn ich bin das establishment, dass ihre position erst möglich macht, sie undankbarer lümmel. und dann schreite ich hinfort ? im uckermärkischen furchengang.
UEFA CUP
die junge range jakobina hat einen virus, das kikoehn steht derzeit auf einer kreuzung nahe zweier nachts geschlossenen tankstellen und ist im begriff, einen kleinen spaziergang anzutreten. ich wünsche ihr viel glück. sie bestand darauf, das abenteuer alleine zu bestehen. als allerhöchstens 1/32stel buddhist, der ich von ganzem herzen bin, mache ich mir allerdings eine handvoll sorgen. und wenn das kikoehn nun schutz braucht? solche sorgen macht man sich in der nacht. sie meint: ?bis du da bist, habe ich längst den ersten gang eingelegt und gummi stehen lassen. weil, du weißt ja wie?s heißt: wenn dir der arsch brennt, musst du gummi stehen lassen!? ich verstehe. wir fahren ja ford capri. violett mit je einer flamme flankiert über den sidepipes. die hinterreifen stehen 7 zoll über. chrom, aquarium, discokugel, kühlschrank, plüschwürfel in den farben der saison und espressomaschine… alles drin. sie wissen ja… so sind wir einbildungsbürger. ?zwei nette damen haben mich aus der gefahrenzone geschoben, zur tankstelle und zurück gefahren… usw.? sagt das kikoehn a.ka finnin, die. das sorgenbarometer legt die füße auf den tisch und kukkt in die zeitung von gestern. ein dringendes zeichen, dass einem langweilig ist. mal sehen, ob der wagen anspringt, denke ich mir. bestimmt ist er abgesoffen, gleich wird das kikoehn hier anrufen und mir das verkünden. dann werde ich sagen: ?ruiesch, ruiesch, ditt krien wa schon!? wie weiland manfred wolke will ich sein. meine frau mutter hat mir schon früh die vorzüge von der leichtigkeit der explosion näher gebracht. fällt mir gerade ein, als die finnin mir davon erzählt, wie das benzin aus dem kanister nur zum teil in den tank gegluckert ist. höre gerade aus houston, der wagen schmiert wieder wie ein fotzenhobel. er surrt wie eine schneuzprimel. krammert wie ein thraker säbel. die finnin gibt gas. vorher wurde der fc bayern mal wieder pokalsieger. ich wüsste gar nicht, ob ich mich jemals so darüber freuen könnte wie oliver kahn sich dann freut. der freut sich ja so sehr, dass man das gar nicht fassen kann. und als oliver kahn sich so vor sich hin gefreut hat, das habe ich mir gedacht: der ist bestimmt total einsam, der kahn. der hat zwar lauter leute um sich rum, aber mit denen kann der gar nichts anfangen, weil die nämlich nicht die gleiche haarspitzenmotivationkurpackung verwenden wie er. der oliver kahn. ach und wir, die eintracht, ich und die anderen, wir fahren jetzt zum uefa-cup. wir haben helm helmo heute erklärt wer luan krasnici ist, das ging auch nach hinten los. die finnin legt tankstopps in der pampa ein, ich bin abhängig von becks-lemon und irgendwie ist bald mai. und dann geht das alles wieder von vorne los.
SCHEITERN MACHT SPASS
verfolge eine fliege, die mich heute nacht nerven würde, wenn ich sie nicht erschlüge, mit meinen eigenen augen. schon wieder halb zwei. die finnin ist längst in schlummerländischen umständen. schon längst. die nacht schlug ich mir um die ohren mit den ersten aufnahmen unseres attakke-royal-casts. schlimmes produkt. ich stammele und verhasple mich, ich lisple, stocke, atme zu laut, schlürfe… mein lieber mann. ich sollte alles machen, nur einen podcast besprechen sollte ich nicht. dann denke ich, komisch, hat gar nichts damit zu tun, aber weil ich ja mit einer dame den haushalt und auch sonst so gut wie alles teile, fange ich an radler aus plastikflaschen zu saufen. es fing ja mit becks-lemon an, inzwischen bin ich bei schloss-radler angekommen. schmeckt ja alles gleich. naja becks-lemon schmeckt besser. und dann denke ich, herrjeh was haben die mit der ente gemacht, die ich heute abend aß. die lässt mich hier rumzappeln. man sollte keine tiere fressen. so schaurisch und trostlos ist das, biste allein mit deinem abgeschlachteten viech und denkst an nix, als rein damit. ulkige gedanken. inzwischen ist es zwei uhr. die kühle von draußen kukkt sich hier drinnen um. sie findet ihre ecken. sie wird schon sehen was sie davon hat. iris radisch bespricht denis johnson. du musst mit blut schreiben. jeder satz zählt. hier nicht, gestehe ich. die ente quakt in meinem bauch oder weiter unten. sie will raus. zangengeburt…
…inzwischen ist es 9:22 uhr am vormittag oder morgen, wie wir schlafmützenlümmel zu sagen pflegen. in der früh. schließlich in der nacht habe ich aufgegeben. die technik ist ja noch in der betaphase hat man mir gesagt. ich muss noch üben habe ich gemerkt, dann beim anhören der podcast-datei ist mir aufgefallen, dass ich so leise bin, dass man mich nicht hören kann, höchstens wenn man den ipod aufdreht bis zum anschlag. dann aber erleidet man beim wechsel in das lied, welches ich meinem geschwätz beigefügt habe, einen hörschaden. ich geh mal ins trainingslager.
früher war das hier eine beschreibung des nichts, vielleicht wird es in zukunft eine beschreibung des scheiterns. wäre ja interessant, macht ja sonst keiner. sind ja alle voll beschäftigt, haben nie zeit, stehen auf gästelisten, generieren umsätze, sinn extrem busi, abgezockt, tres chic und so. hamm dieses lästige schlechte gewissen in die tonne gekickt. oder sie essen einen apfel und lesen ungarische romane, welche sie von elke heidenreich ins gemüt diktiert bekamen. in dieser welt, will ich gerne scheitern.
MEIN ARSCH TUT WEH
eben sagte einer, es schneie morgen. es gibt zudem keinen aufschwung und keine arbeitsplätze (spiegel-online), sowie keine sinnvolle verwendung für die emanzipation der frau (eva herman in cicero). es gibt somit keine hoffnung. das finde ich ja alles herzallerliebst. da kann ich mich ja schlafen legen. die forsythien blühen aber. und grün wird?s draußen im hof. alles wird grün, bis auf die eiben, die man unter die große tanne gepflanzt hat. die sind inzwischen rostrot und ich befürchte, für sie gibt es keine hoffnung mehr. die emanzipation hat bei ihnen ohnehin nie angeschlagen, da konnte man machen was man wollte. also im hof herrscht teilweise hoffnung und aufbruchstimmung, zumindest solange der nachbar auf dem tegernsee surft oder anderswo prosecco säuft. im lokal haben sie prosecco von der getränkekarte gelöscht, sie haben die zeichen der zeit verstanden. das lokal befindet sich im aufbruch. unsere kleine firma ebenso, wir befinden uns eigentlich schon seit anbeginn der menschheit im aufbruch, wir brechen so was von auf, das ist sagenhaft. heute sind wir schon um 16:00 uhr aufgebrochen. das hat stil. man macht sich locker. nicht so wie die ganzen top-ten-firmen oder die senkrechtstarter aus der branche. wir gehen einfach mal heim. ich kenne einen, der bestellte mitten am karfreitag leute zum bewerbungsgespräch in seine firma. ich würde das auch machen und wer dann käme, den würde ich gleich wieder rauschmeissen, das sind doch verzweifelte und schleimer, die da kommen. auf solchen säulen kann man doch seine firma nicht errichten. und jetzt schaut mir die finnin während des schreiben über den ellenbogen beim schreiben zu. ich werde ganz nervös und mir fällt zum schleimertum gar nichts mehr obszönes ein, was sonst ja gar kein problem gewesen wäre. die finnin ist so moralisch.
naja… und abends, wenn man sich vors lepptöpfchen setzt und hineinstarrt, da verkünden die medien stillstand, gewalt, schleimbeutelentzündung, hoffnungs- sowie trostlosigkeit und penisneid. neulich schickte mir ein freund ein bildchen mit zwei schokoladenhasen drauf. dem einen hat man ins hinterteil gebissen, dem anderen aß man zuerst die ohren weg. sagte der mit kaputtenem hinterteil: ?mein arsch tut weh!?, sagt der andere: ?was??. die finnin sagt nur: ?häschen!? aber auch da muss man dabei gewesen sein.
DA KOMMT DER CHEF
gerade, als ich angeekelt und gelangweilt aus dem fenster blicken wollte, um mich anschliessend über das wetter zu mokieren und in erinnerungen an das jahr 2003 zu schwelgen, da fiel mir ein… stimmt ja gar nicht. suggestive. ich habe nachgeschaut, heute vor drei jahren hats auch geregnet. zudem habe ich meine nerven mit hirngespinsten und kaffeetrinkerei strapaziert, bin im kreis gelaufen und habe mir love lovner beim pfeifen angeschaut, während r-khan mit runzliger stirn in einer eigenen welt versunken war. zudem waren wir arm wie kirchenmäuse. heute habe ich mir aus lauter trotz die sommerkluft übergeworfen und bin im strömenden regen mit der lieben finnin zu strato gefahren um papier und kleister zu kaufen. die liebe finnin, die unser graues schlachtschiff zeternd und fluchend durch die wassermassen bugsierte, während ich mich am beifahrersitzangstgriff festklammerte und mir eine augenbinde wünschte. da denke ich mir doch, das hier ist viel besser. das ist ja wesentlicher und sinnvoller und da ist sogar liebe im spiel. liebe rockt. irgendwie habe ich den faden verlieren. das geht schon den ganzen tag so. das wetter ist schuld und endlich hatte mich mal dazu durchgerungen, den herrn dr. nötigenfalls anzurufen um einen termin zu vereinbaren, da war ärztestreik. ärztestreik in verbindung mit dieser fadenverlierei ist nicht gut. oh da glaube ich, das geht morgen auch noch so weiter. ich bin unleidlich. morgens aufstehen ist die hölle. und mittags falle ich in ein loch und denke nur noch ans schlafen. das jedoch ist streng verboten in einer welt der ellenbogen und erfolgsnachrichtenzwänge. müde menschen sind da verpönt. man erntet kopfschütteln und unverständnis. man wird aufgefordert sport zu machen. iss doch einen apfel, wird vorgeschlagen. wenn man einen apfel isst, tja dann… einfach einen apfel essen und ein gutes buch lesen. einen roman von einer ungarischen autorin. köstlich. hmm der apfel schmeckt vielleicht gut. einfach so. ersetzt eine komplette mahlzeit. äpfel sind viel gesünder als pizza und ein big king xxl. ein apfel am tag und der doktor geht zum teufel und streikt. toll.
IP IN DER ADS
ich schreib mal was, denk ich mir. also schreib ich was. heute haben wir, da werden die kunden aber staunen, endlich mal unsere geschäftspapiere neu gestaltet und auch an den internetauftritten hat herr r-khan rumgebastelt und nun sind wir wieder wer. unser berner wankdorfstadion heißt ads. ads hat nichts mit dem bei kindern heutzutage allseits beliebten aufmerksamkeits-defizit-syndrom zu tun, sondern es ist die abkürzung für die – achtung jetzt wird?s schlicht und ergreifend ? albrecht dürer strasse. das habt ihr euch gedacht, ihr kleinen purzelchen, gell. da wärt ihr auch so drauf gekommen. das neue büro ist zwar ein großes glück für uns hanseln, aber es hat keinen namen mehr. büros haben ja ohnehin keine namen. das ist ja albern. da wird nie was aus uns, wenn wir unseren büros namen geben. wie unangenehm. das neue büro hat keinen namen, aber dafür einen kamin, an welchem sich die methodischen akteure gunther phillip und peter alexander wann immer es mein gehirn will ein stelldichein geben, wenn nicht gerade unser mitarbeiter des monats herr boebelsund, seinen drink lässig lehnend davor leert. boebelsund der kapellmeister, die älteren unter den lesern werden sich erinnern. der erste april und seine umstände sind jetzt also rum. wir spielen alltag. das kikoehn kocht uns nudeln oder suppe. wir sitzen zusammen und frühstücken. wir räumen sogar den tisch anschliessend wieder ab und irgendjemand stellt die spülmaschien auf „an“. wir sind eine richtige kleine firma. auch die besuche für zirkuslamas sammelnde unleidliche haben sich auf ein minimum reduziert. niemand uriniert in unsere einfahrt (was aber auch daran liegen könnte, dass wir keine einfahrt haben). der alfmann ist neulich mal vorbeigeschlendert, jedoch hat er uns nicht vernommen, ich glaube er war benommen. sogar eine feste IP-adresse haben wir. das wird sicher die technisch versierten leser sehr interessieren. eine feste IP-adresse zu haben ist so was ähnliches wie einen mit einem fuchsschwanz versehenen schlüssel für autoscooter zu besitzen. oh… eine IP-adresse kann einiges. sie schleudert salat, klopft die buchachas aus, feudelt unsere kunstsammlung, bläst ostereier aus, all das. IP-adresse geht, würde unser ehemaliger film-, religions- und kulturkritiker bull bulla sagen. er hätte sicher gerne eine IP-adresse. da bin ich mir sicher. auch love lovner, unser noch ehemaligerer wirbelwind, wäre mit einer ip-adresse sicher bei uns geblieben, aber nun ist er nach new jersey gezogen, hat eine versandhandelsangestellte geheiratet und steht auf maccaroni mit käse. wir haben ihn lange nicht mehr gesehen, er wohnt ja auch schließlich in new jersey. das ist weit weg. so müssen wir ohne unsere alten weggefährten auskommen. ganz alleine. manchmal sage ich ?buh!? und dann hallt es unheimlich von den kahlen wänden in meinem kopf und ich sage ?huch!? und nippe am tee. draussen drückt sich das frühlingsgrün durch die spitzen der kahlen zweige. es wird hell draußen. aus allen büros entnehme ich emsige geräuschwelten. schick isses. da muss ich lachen.
DIE PARISER MATRATZENGRUFT
der stand der dinge. man, also ich, sitzt, also sitze jeden abend bis knapp vor dem sonnenuntergang in unserem entwürdigenden gemäuer und feile an den farben und formen. und dann wird es also dunkel und wir surren mit unseren bikes die street runter, dürerplatz, seerobenstrasse, roonstraße, yorckshire. heim und aufrecht sitzen. jetzt habe ich ein büro für mich ganz alleine. das habe ich jetzt davon. statt also reden zu schwingen, die leute mit lustigen anekdoten aus meinem reichhaltigen dasein zu beschallen, sitze ich da und schaue mir das trübselige wetter an und arbeite. schaffe weg sagen die anderen. ich schaffe weg. ich versuche den richtigen ton zu finden. einwürfe von seitens der finnin, vom schlozz und von erkhan verhallen, denn ich mache was ich will. ich bin ja chef, der. draußen ziehen, entgegen dessen was mir meine widges erzählen, die wolken auf. marschieren sturmgebläht zum gräulichen dingenskirchen. ich bin schon wieder beleidigt, obwohl es ja sonst keinen grund gibt. beleidigt sein ist man schnell. oft grundlos zuckt das gemüt und verharrt dann regungslos in jener position, die niemand wahrhaben will. ich habs oft erlebt. denk ich an draußen, denk ich an grau. ich bemühe mich auszusehen wie fritz j. raddatz. die haare werde ich mir wachsen lassen. der bart spriest ja schon seit jahren. denke ich mir so, während ich ins wolkengetümmel schaue… was ja nicht stimmt, weil ich ja hier nun zuhause auf meinem daheim-sei-areal schneidersitze, den laptop an den kniespitzen und schaue heine auf zdf-info nachts um 1:08 uhr. habe ich ja schon gesagt, ich bin ja zu anfang dieser zeilen heimgefahren, wie kann ich da noch im büro sitzen. man sollte bei der wahrheit bleiben. ich erfahre, dass heine eine nörgler sei. ich arbeite wie ein pferd, leide wie ein hund und bin arm wie eine kirchenmaus. aber arm war er zum schluss nicht. jedoch, das letzte hemd hat keine ketten… äh… taschen. gasheizungsaktionär war er. mir muss man nichts erzählen. heine. die frage muss heißen: wem ist den wurst? die antwort lautet: ich!
BERG, DU DRECKSAU
morgens beim bergzeitfahren am col d?uererplatz, wenn ich mich hinter der zeitfahrspezialistin kiki thurau im windschatten von den strapazen des alltags erhole, da denke ich mir oft, ach wäre ich doch schon in meinem büro mit den eierschalfarbenen vorhängen, die aus jedem lichtverhältnis eine köstliche atmo zaubern. der schlozz machte heute den vorschlag, dass wir doch einen fernseher kaufen sollten, damit wir ihn in den kamin stellen könnten. er könne für 10 euro bei ebay eine dvd mit kaminfeuer erwerben. sofort kaufen, brüllte ich enthusiastisch. da bin ich dabei. außerdem könnte ich beizeiten die wm-spiele am kamin verfolgen. und später schon morgens, an den tagen der alpen- und pyrenäenpässe, wenn schon morgens die tour de france übertragen wird, könnte man an der mattscheibe kleben und so tun als ob. nun, das ist mein plan. wollt ich nur sagen. oder wurst aus wildschwein. essen. trinken geht ja nicht.








